Die Steuererklärung 2016 ist bis zum 31.05.2017 abzugeben. Unternehmer (Gewerbetreibende) geben die EÜR, Einkommens-, Umsatz- und Gewerbesteuererklärung ab, Freiberufler die EÜR, die Umsatz- und die Einkommensteuererklärung. Wer keinen Steuerberater hat, muss sich an den Termin 31.05. halten, es drohen sonst Schätzungen und Pfändungen. Ich arbeite mit verschiedenen Steuerberatern zusammen, die Ihnen bei Ihrer Steuererklärung helfen können.

Fristen für die Steuererklärung

Die Fristen ergeben sich aus § 149 AO (Abgabenordnung), die den 31.05. jeden Jahres als spätesten Termin festsetzen. Unternehmer und Freiberufler, die selbst ihre Steuererklärungen anfertigen, nutzen hierfür in der Regel das ELSTER-Programm und können im Prinzip selten vor April mit der Ausfertigung der Erklärungen beginnen, weil es für ELSTER meistens erst Ende März bis Anfang April die Updates für das laufende Jahr gibt. Diese Updates bringen jedes Jahr kleine Änderungen im Programm mit sich, die sich offenbar ein Spaßvogel bei der Finanzverwaltung ausdenkt, um die Selbstständigen in den Wahnsinn zu treiben. Wer seine Steuererklärung selbst anfertigt, muss alljährlich neu diesen Intelligenztest bestehen. Die Fristen für die Abgabe der entsprechenden Steuererklärungen wurden im Jahr 2016 bis zum 31.07. verlängert, (Bundesrats-Drucksache 255/16), doch diese Regelung gilt erst ab 2018 für das Steuerjahr 2017. Manche Unternehmer denken auch an die Dauerfristverlängerung, die aber nur die Umsatzsteuer betrifft (§§ 16, 18 UStG und §§ 46 ff. UStDV). Damit kann die Umsatzsteuervoranmeldung bis zu einem Monat verschoben werden. Für die gesamte Umsatzsteuererklärung und auch für die anderen Steuererklärungen gilt die Dauerfristverlängerung nicht. Es gibt aber für die genannten Steuererklärungen Aufschub-Alternativen:

  • Ein Steuerberater darf die Steuererklärungen seiner Klienten bis zum 31. Dezember einreichen, in begründeten Fällen sogar bis Ende Februar des Folgejahres. Für die Steuererklärung 2016 wäre das der 28. Februar 2018.
  • Es ist auch möglich, aber unsicher, die Fristverlängerung selbst beim Finanzamt zu beantragen. Dieser Antrag kann nur mit einer Erkrankung, Dienstreise oder akuten Arbeitsüberlastung begründet werden und müsste alljährlich neu gestellt werden. Der Weg über einen Steuerberater ist aussichtsreicher.

Welche Arbeit erwartet Sie bei der Steuererklärung?

Der Arbeitsumfang ist hoch, die Bedienung des ELSTER-Programms komplex. Bei Fehlern droht mindestens Nacharbeit, die das Finanzamt verlangt, schlimmstenfalls sind die finanziellen Folgen schwerwiegend. ELSTER ist nicht sehr logisch aufgebaut. Darüber hinaus gibt es systemische Schikanen. So stellen Unternehmer, die bei der Umsatzsteuererklärung keine Änderungen gegenüber ihren Voranmeldungen (monatlich oder quartalsweise) zu erklären haben, immer wieder fest, dass das Programm Abweichungen feststellt. Der Unternehmer bekäme Centbeträge erstattet oder müsste sie nachzahlen, obwohl doch die Umsätze, damit die vereinnahmte Mehrwertsteuer und die an andere Unternehmen gezahlte Mehrwertsteuer identisch mit den Beträgen in den Voranmeldungen sind. Doch ELSTER rundet, und zwar an verschiedenen Stellen. Mal schenkt es dem Unternehmer die Cent nach dem Komma, mal auch nicht. Der verwirrte Selbstständige rundet daher seine Umsatzsteuerbeträge mal auf und mal ab, das verursacht diese Differenzen. Wir schlagen vor, dass die Verantwortlichen für das ELSTER-Programm gezwungen werden, täglich selbst damit komplexe Steuererklärungen anzufertigen. Ansonsten gehören verschiedenste Aufgaben zu den Steuererklärungen:

  • Buchungsfehler finden und korrigieren
  • Privatnutzung des Firmenwagens ermitteln
  • Privatanteile der Telekommunikation ermitteln und herausrechnen (Telefon, Internet, Fax)
  • Abschreibungen berechnen
  • alle Belege für eigene Einnahmen und Kosten gut sortieren und bei der Steuererklärung richtig zuordnen
  • Jahresabschlüsse vornehmen
  • Ergebnisse in den einzelnen Erklärungen und im Mantelbogen eintragen (Achtung: Der Mantelbogen ist schon seit 2016 ebenfalls elektronisch zu übermitteln, per ELSTER!)

Was passiert bei nicht abgegebener Steuererklärung 2016?

Das Finanzamt lässt in solchen Fragen nicht mit sich verhandeln. Der § 152 AO ist in diesem Punkt eindeutig: Wer die Frist verstreichen lässt, zahlt zehn Prozent Verspätungszuschlag auf die Steuerschuld (maximal 25.000 Euro). Ein Nachlass von diesem Verspätungszuschlag liegt im Ermessen des zuständigen Finanzbeamten, wird aber nur gewährt, wenn das Verstreichen der Frist absolut unverschuldet geschehen ist. Ein Fehler des Steuerberaters geht zulasten des Steuerpflichtigen. Dazu zählen auch Fristversäumnisse des Steuerberaters. Eine vielleicht noch größere Gefahr besteht in der Schätzung der einzelnen Steuerarten durch das Finanzamt. Diese Schätzungen kommen zum Verspätungszuschlag hinzu, sie fallen regelmäßig hoch aus. Wer etwa als Unternehmer seine Steuererklärungen nicht abgibt, weil er gerade ein wirklich schlecht gelaufenes Jahr zu beklagen hat, hätte vielleicht mit der Abgabe der Steuererklärungen eine Erstattung zu erwarten gehabt – stattdessen zahlt er nun Steuern plus Verspätungszuschlag auf gar nicht erfolgte Gewinne. Das hat schon Unternehmer in den Konkurs getrieben. Das Finanzamt ist eine selbst vollstreckende Behörde, die sich ohne Gerichtsbeschluss das Geld vom Konto des Zahlungspflichtigen holt. Auch der Einspruch gegen einen Steuerbescheid setzt nicht die Vollstreckung außer Kraft.

Pflicht zur digitalen Übermittlung mit Signatur

Schon längst sind Selbstständige verpflichtet, alle Steueranmeldungen und -erklärungen elektronisch mit Signatur zu übermitteln. ELSTER ist hierfür das gängigste Programm, es gibt auch noch andere Möglichkeiten. Wenn Sie die allseits bekannte Abneigung dagegen verspüren, nutzen Sie unseren Buchführungsservice und die Kooperation unserer Steuerberater!

 

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