Abschreibungen, GWG und Sonderabschreibungen: vielfältiges Steuersparen

Informiertes Abschreiben von Anschaffungen bedeutet oft einen spürbaren Geldbetrag für Selbstständige. Entsprechende Kenntnisse vermeiden also unnötige Steuerzahlungen bzw. ergattern Gezahltes zurück vom Fiskus.

Prinzip der Abschreibungen

Betrieblich Angeschafftes bezahlen Selbstständige in spätestens einigen Wochen. Diese Betriebsausgabe lässt sich wenigstens später abschreiben, also steuerlich absetzen: Der zu zahlende Steuerbetrag sinkt um den Wert der Ausgabe.

Finanzämter lassen zu Abschreibungen einige Spielräume, damit Selbstständige ihren Aufwand in Steuerdingen sowie eventuelle Steuerzahlungen mindern können. Dazu erlaubt entsprechendes Wissen dem Selbstständigen eigenes Entscheiden – ohne Steuerberater. In besonders komplexen Fällen bleiben Berater natürlich unerlässlich.

Arten der Abschreibung

Langlebige sowie teure Anschaffungen lassen sich während ihrer Nutzungsdauer abschreiben. Anschaffungen mit recht kleinem Preis hingegen schreibt der Selbstständige gerne sofort ab. Weiterhin erlaubt das Steuerrecht beispielsweise noch Sonderabschreibungen.

GWG: geringwertige Wirtschaftsgüter

Geringwertige Wirtschaftsgüter lassen sich bereits während des Jahres ihrer Anschaffung völlig abschreiben. Ab 2010 wählen Nutzer dieser Abschreibungsart zwischen mehreren Optionen. Die jeweils getroffene Entscheidung gilt dann für alle Anschaffungen im entsprechenden Wirtschaftsjahr.

Option „410“: GWG bis maximal 410 Euro dulden ihre Sofortabschreibung. Jenseits dieses Betrages gilt die traditionelle Abschreibung für die gesamte Nutzungsdauer.

Option „150“: Anschaffungskosten von bis zu 150 Euro lassen sich sofort abschreiben. Ab diesem Betrag aufwärts bis 1.000 Euro einschließlich summieren sich Ausgaben in einem GWG-Sammelposten. Höhere Anschaffungskosten lassen sich traditionell abschreiben.

Sonderabschreibungen

Manche Unternehmen dürfen Sonderabschreibungen tätigen. Derartiges Abschreiben erfolgt gemäß einiger Sondervorschriften im Gegensatz zum regulären Abschreiben. Eine Sonderabschreibung bezieht sich nicht direkt auf die Höhe der Wertminderung: Als erhöhte Abschreibung bringt eine Sonderabschreibung Geld ein. Dazu ersetzt sie die entsprechende reguläre Abschreibung.

Eine Sonderabschreibung fördert Anschaffungen gewisser mittlerer und kleinerer Betriebe. Diese schreiben bis zu einem Fünftel der Kosten für Produktion oder Herstellung ihrer beweglichen Anschaffungen ab. Dieser Bruchteil lässt sich jeweils im Anschaffungsjahr und in jedem der vier folgenden Wirtschaftsjahre abschreiben. So dürfen Gewerbe- und selbstständige sowie forst- und landwirtschaftliche Betriebe ihre entsprechenden Anschaffungen abschreiben – falls die angeschafften Objekte mit ihrem Kauf oder ihrer Produktion ein Teil des Anlagevermögens wurden.

Im Wirtschaftsjahr vor der ersten Sonderabschreibung der jeweiligen Anschaffung darf das Betriebsvermögen bei Freiberuflern und Gewerbetreibenden maximal 235.000 Euro betragen. Ermitteln sich Gewinne per Einnahmenüberschussrechnung, darf sich der jeweilige Vorjahresgewinn auf höchstens 100.000 Euro belaufen. Forst- und Landwirte stoßen bei 125.000 Euro ihres Wirtschafts- bzw. Ersatzwirtschaftswertes zum Vorjahresende an ihre entsprechende Grenze.

Die Anschaffung muss zumindest während des Kauf- bzw. Herstellungsjahres sowie im Folgejahr innerhalb der Betriebsstätte bleiben. Zusätzlich muss das angeschaffte Objekt während des ersten Jahres der Sonderabschreibung zu mindestens 90 Prozent betriebliche Nutzung erfahren. Für ein Automobil bleibt dazu sein betrieblicher Einsatz im Fahrtenbuch zu beweisen. Speziell Pendeln zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zählen betrieblich.

Investitionszulage

Staatliche Zulagen motivieren bestimmte Investitionen in förderbaren Regionen: Berlin, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Steuerpflichtige (Einkommen, Körperschaft) profitieren so von bestimmten ihrer Investitionen: Diese Ausgaben gelten der Anschaffung oder Herstellung gewisser neuer Wirtschaftsgüter für eine betriebliche Tätigkeit des Investors. Speziell sind diese Güter abnutzbar und beweglich und erfüllen weitere Bedingungen:

Die fraglichen Wirtschaftsgüter zählen für wenigstens fünf Jahre zu einem Anlagevermögen. Dieses Vermögen gehört zu einer Betriebsstätte bzw. einem Betrieb im Fördergebiet. Jener betriebliche Ort dient alternativ dem verarbeitenden Gewerbe, produktionsverwandter Dienstleistung oder dem Beherbergungsgewerbe. In jedem Fall bleiben die betreffenden Güter im Fördergebiet. Zudem dienen sie jedes Jahr betrieblichen Zwecken – zu mindestens 90 Prozent. Weiterhin zählen die Kosten der Anschaffung bzw. Produktion dieser Güter als Erstinvestition.

Investitionszulagen bleiben steuerfrei: Steuerpflichtige schreiben die vollen Kosten ab bzw. machen sie als Minderung ihrer Gewinne geltend.

 

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