Existenzfestigung

Die ersten Jahre nach der Gründung stellen hohe Anforderungen an junge Unternehmerinnen und Unternehmer. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch junge Unternehmen mit einer ganzen Reihe von speziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Traurige Bilanz: Viele von ihnen müssen innerhalb der ersten Jahre ihre Firmentore wieder schließen. Was besonders schwer wiegt: In vielen Fällen wäre die Zahlungsunfähigkeit vermeidbar gewesen. Es ist daher (überlebens-)wichtig, Probleme und ihre Ursachen rechtzeitig zu erkennen, sich darauf vorzubereiten und beizeiten nach Hilfe und Unterstützung Ausschau zu halten.Schema – Analyse, Konzept, Lösung, Erfolg

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Managementfelder

Der dominierende Faktor in einem Unternehmen ist die Person des Existenzgründers / Unternehmers. Sein Wissen und Können entscheiden über die Existenz seines Unternehmens. Ganz wichtig ist dabei auch die Fähigkeit, sich selbst und seine Leistungen realistisch und kritisch einzuschätzen sowie konjunkturellen Abwärtsbewegungen “ins Auge zu blicken”. Krisen rechtzeitig zu erkennen und dagegen vorzugehen, sind wichtige Ecksteine erfolgreichen Unternehmertums.

Problematisch für viele junge, wachsende Betriebe ist es, einen Betrieb – entsprechend seinen Umsatzsteigerungen – umzustellen. Unerwartete Mehrkosten leiten – bei rasantem Wachstum – nicht selten den Niedergang eines Unternehmens ein.

Dazu kommt: Führenden Mitarbeitern muss Eigenverantwortung für Bereiche übertragen werden, die vorher vom Inhaber allein geführt wurden. Das bedeutet auch, einzelne Betriebsbereiche womöglich auszugliedern, z. B. die Buchhaltung.

 

Vernachlässigung des Rechnungswesens und Controllings

Viele junge Unternehmer sind zwar “Meister ihres Fachs”, haben aber von kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Dingen “keinen blassen Schimmer”. Kein Wunder also, dass in vielen Unternehmen keine oder nur unzureichende Zahlen zur Unternehmenssituation vorliegen oder die vorliegenden Zahlen nicht ausreichend interpretiert oder beachtet werden. Ein Controlling kann bspw. auf Grund unzureichender Buchungstechniken nicht stattfinden. Die Folge: Ein Überblick über ausstehende Forderungen fehlt.

Viele Entscheidungen werden “aus dem Bauch” heraus getroffen, ohne sorgfältige Planung. Zu beachten ist auch: Der Steuerberater beschäftigt sich nur mit der Vergangenheit eines Unternehmens. Für die kaufmännische Planung ist der Unternehmer zuständig. Erst die Information aus dem Rechnungswesen ergeben Auskunft über drohende Schieflagen eines Unternehmens und damit eine Möglichkeit, Abhilfe zu schaffen.

 

Zu geringes Eigenkapital

Eine zu dünne Eigenkapitaldecke ist oft das Ergebnis einer falschen Unternehmenspolitik. Dann zum Beispiel, wenn die Privatentnahmen des Unternehmens zu hoch sind, wenn eine veraltete Produktpalette angeboten wird und Verluste durch Eigenkapital ausgeglichen werden. Auch zu hohe Fixkosten und dadurch zu geringe Gewinne können zu einem Mangel an Eigenkapital führen. Vor allem Mietkosten, Personalkosten etc. schlagen in schlechten Tagen besonders zu Buche. Wenn dann noch ein mangelhaftes Liquiditätsmanagement hinzukommt, ist die Krise nicht weit, denn: Wer keinen Überblick über die finanzielle Situation des Unternehmens hat, weiß auch nicht, wie hoch seine finanziellen Reserven sein müssen.

 

Mahnwesen

Nur knapp die Hälfte aller Rechnungen wird innerhalb von 30 Tagen bezahlt. Vor allem Bauunternehmer und Handwerker müssen mit sehr langen Zahlungszielen rechnen. Vielen Unternehmen ist nicht bewusst, dass jede Zahlungsverzögerung erhebliche Kosten verursacht. Dazu kommt: Viele junge Firmen verzichten völlig auf ein straffes Mahnwesen. Dies zieht nicht selten gleichzeitig bonitätsschwache Abnehmer an, die großzügige Zahlungsfristen bevorzugen.

 

Vielfältige Kundenstruktur

Gefährlich ist außerdem, von nur einem Großkunden abhängig zu sein. Hält der sein Zahlungsziel nicht ein oder fällt er sogar weg, ist es nicht weit bis zur Insolvenz. Wichtig ist daher auf eine vielfältige Kundenstruktur zu achten, die Bonität potentieller Kunden zu prüfen und ein konsequentes Mahnwesen oder auch das Abtreten von Forderungen zu praktizieren, um “das Schlimmste” zu verhindern. Kundenverhalten und Umsatzstruktur eines Betriebes lassen sich durch Kennzahlen übersichtlich gliedern. Das Risiko durch unzuverlässige Schuldner lässt sich z.B. dadurch ausschließen, dass Außenstände Kennzahlen bekommen: nach der Laufzeit der Rückzahlung, der bekannten Zahlungsmoral dieser Kunden etc..

 

Unternehmensübernahme

Junge Unternehmer, die ein bestehendes Unternehmen übernommen haben und sich weder auf neue Markttrends noch auf neue Produkte und Dienstleistungen einstellen, begeben sich auf “dünnes Eis”. Problematisch wirkt sich aus, wenn betriebliche Kapazitäten nicht ausgelastet sind oder schnell erweitert werden.

 

Nägel zum Unternehmenssarg

Ein falsches Warensortiment, überfälige Rationalisierungsmaßnahmen, veraltete Produktionsanlagen oder zu hohe Mietbelastungen sind zusätzliche “Nägel zum Unternehmenssarg”.

 

Personalkosten

Im Personalbereich (Fixkosten) liegt ein erhebliches Problempotential. Zu hohe Lohn- und Sozialkosten, häufige Fluktuation und vor allem auch die unzureichende Qualifikation der Mitarbeiter können nicht nur zur Kostensteigerungen, sondern auch zu Umsatzeinbußen führen.

 

Kein zielgruppenorientiertes Marketing

Sehr häufig ist ein unzulänglicher Absatz für den finanziellen Ruin eines Unternehmens verantwortlich. Größter Fehler: ein nicht zielgruppenorientiertes Marketing. Dazu gehört z. B. auch, die Risiken in einer problematischen Kundenstruktur falsch einzuschätzen, etwa die plötzliche Veränderung des Konsumentenverhaltens in trendabhängigen Branchen.

 

Vermeidung der Schwierigkeiten

Es gibt eine Reihe von Schwierigkeiten, die sich bei sorgfältiger Planung und Führung eines jungen Unternehmens vermeiden ließen: wenn Gründer und junge Unternehmer z. B. ausreichende Informationen über Marktentwicklung, Konkurrenz, Branche beschafft oder eine sorgfältige Finanzbedarfsermittlung, Liquiditätsplanung oder Kostenrechnung durchgeführt hätten.

 

Kenntnisse im Krisenmanagement erforderlich

Um allen Entwicklungen in Ihrem Unternehmen gerecht zu werden, ist daher unternehmerische Weitsicht gefragt. Das schließt auch Kenntnisse über ein Krisenmanagement im Ernstfall ein. Die bessere Methode ist es aber, vorbeugend Hilfe anzunehmen und auf erste Signale, die auf Schwierigkeiten und Gefahren hinweisen, rechtzeitig zu reagieren. Also fordern Sie uns frühzeitig an!