Krankengeld für Selbständige mit freiwilliger Versicherung

Bei gesetzlich versicherten Personen ist der längere Krankheitsfall grundsächlich durch das Krankengeld abgesichert. Selbstständig Tätige werden nicht seltener krank, verdienen jedoch in der Regel kein Geld während ihrer Krankheitszeit. Es besteht jedoch auch für diesen Personenkreis die Möglichkeit der Vorsorge.

Definition Krankengeld

Das Krankengeld wird häufig mit der sogenannten Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verwechselt. Es ist im Gegensatz dazu eine sogenannte Entgeltersatzleistung und wird bei gesetzlich Versicherten ab dem 43. Tag nach Eintreten des Krankheitsfalls gezahlt. Der Zweck des Krankengeldes ist der Ausgleich des Gehaltes, das aufgrund der Langfristigkeit einer Erkrankung nicht mehr entlohnt wird.

Für Selbstständige gibt es keinen gesetzlich definierten Anspruch auf die Auszahlung eines Krankengeldes. Wenn ein Versicherungsschutz gewünscht wird, der dem eines angestellten Arbeitnehmers entspricht, besteht die Möglichkeit einer gesonderten freiwilligen Versicherung, die entsprechend kostenpflichtig ist. Eine reguläre Krankenversicherung deckt das Krankengeld nicht automatisch mit ab.

Die gesetzlichen Regelungen seit August 2009

Ein Selbstständiger, der auf freiwilliger Basis einen Versicherungsschutz in einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgeschlossen hat, hat einen Anspruch auf Zahlung eines Krankengeldes nach Abschluss der sechsten Woche einer Erkrankung. Hierbei ist es entscheidend, bei der Wahl der Versicherungsart auf den Normaltarif beziehungsweise den allgemeinen Beitragssatz zu achten. Wer stattdessen lediglich den ermäßigten Beitragssatz abgeschlossen hat, kann nicht vom Krankengeld profitieren.

Bei Verträgen, die den Lohnersatz nicht umfassen, reicht eine entsprechende Wahlerklärung aus. Diese ermöglicht es einer erwerbstätigen Person, die auf hauptberuflicher Basis selbstständig tätig ist, ein Krankengeld im Versicherungsschutz zu verankern. Das fünfte Sozialgesetzbuch sieht in § 44 SGB V ausdrücklich einen Anspruch auf Krankengeld vor, sofern der Versicherungsnehmer gegenüber der Krankenkasse diesen als Teil der Mitgliedschaft erklärt. In finanzieller Hinsicht bedeutet die Entscheidung für einen allgemeinen Beitragssatz ein zu zahlendes Plus von 0,6 Prozentpunkten im Vergleich zum ermäßigten Betragssatz, der von vielen Freiberuflern genutzt wird. Eine Karenzzeit ist ausdrücklich nicht einzuhalten.

Höhe und Zahlungszeitraum des Krankengeldes

Ein Krankengeld, das der Beitragsberechnung unterliegt, entspricht dem, was auch ein Arbeitnehmer im Anstellungsverhältnis erhält. Der Betrag liegt bei 70 Prozent des Bruttogehaltes. Für die Berechnung werden die beitragspflichtigen Einnahmen der vorangegangenen 12 Monate herangezogen. Der Betrag ist jedoch für Selbstständige nach oben hin begrenzt. Die maximale Zahlungsgrenze für einen einzelnen Kalendertag liegt bei 101,50 Euro. Diese Summe entspricht dem Stand von 2017. Bei der Berechnung eines Kalendermonats werden grundsätzlich 30 Tage herangezogen, unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Kalendertage. Die Zahlung erfolgt für 360 Tage des Jahres. Die Regelungen gelten auch für Personen, die über die Künstlersozialkasse gesetzlich krankenversichert sind. Personen, die seitens der Arbeitsagentur einen Gründungszuschuss erhalten, unterliegen einer reduzierten Beitragsbemessungsgrundlage.

Wenn kein Verdienst nachgewiesen werden kann oder im Gegenteil Verluste zu verzeichnen sind, besteht auch kein Anspruch auf Krankengeld. Die Dauer der Zahlung liegt bei maximal 78 Wochen. Falls ein Versicherungsnehmer innerhalb dieses Zeitraums wieder arbeitet und innerhalb eines Zetraums von drei Jahren mit der gleichen Krankheit erneut erkrankt, muss die bereits erhaltene Zeit angerechnet werden.

Unterschied Wahltarif und Wahlerklärung beim Krankengeld für Selbständige

Die genauen Begrifflichkeiten sind häufig ein Fallstrick und werden vielfach nicht richtig eingeordnet. Die Wahlerklärung bezieht sich ausschließlich auf den Bereich des Krankengeldes und die Aufnahme in den Versicherungsschutz durch die entsprechende Erklärung. Die Wahltarife hingegen bezogen sich viele Jahre lang auch auf die Wahl dieser spezifischen Leistung, was jedoch durch das benannte Gesetz vom August 2009 geändert wurde. Die Wahltarife wurden bereits im Rahmen der Gesundheitsreform 2007 etabliert. Seinerzeit war auch die Zahlung des Krankengeldes ausschließlich über einen Wahltarif möglich. Dies wurde 2009 in den beschriebenen Status geändert. Das Krankengeld umfasst jedoch nur den Zeitpunkt ab der siebten Woche einer Erkrankung. Wer vorher finanziell abgesichert sein möchte, kann dies über einen entsprechenden Wahltarif tun und einen Versicherungsschutz analog zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bei Arbeitnehmern abschließen.

 

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