Als Reaktion auf die schwere globale Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise, die 2008 ausbrach, einigten sich die größten Wirtschaftsnationen (G20) auf eine strengere Regulierung der Kreditinstitute. Das in diesem Zusammenhang vom Baseler Ausschuss ausgearbeitete Konzept Basel III soll das global vernetzte Finanzsystem stabilisieren. Ziel ist es, das grundsätzlich leistungsfähige Finanzsystem auf ein tragfähigeres Fundament zu stellen, um das Risiko neuer Krisen einzugrenzen. Davon profitieren nicht zuletzt die Unternehmenskunden der Banken.

Obschon Basel III an die Kreditinstitute adressiert ist, werden sich die geänderten Regelungen auch auf die Unternehmensfinanzierung auswirken. Dabei bleibt die Unternehmensfinanzierung für die Banken ein wichtiger Bestandteil ihres Geschäftsmodells, mit dem sie Geld verdienen. Auch unter den neuen Rahmenbedingungen werden sie Unternehmen als Partner mit Finanzdienstleistungen begleiten, eventuell jedoch zu geänderten Konditionen.

Umsetzung in Europa und Deutschland

Die Empfehlungen des Baseler Ausschusses für Basel III sind international umgesetzt worden. Auf Basis dieser Empfehlungen wurde ein verbindliches Rahmenwerk auf Ebene der Europäischen Union erarbeitet, das für alle Kreditinstitute in Europa und somit auch in Deutschland gilt. Die Europäische Kommission hat hierfür entsprechende Entwürfe vorgelegt, die in Europa bereits am 1. Januar 2013 in Kraft getreten sind.

Liquiditätsvorschriften

Mit Basel III wurden international einheitliche Liquiditätsvorschriften für die Banken in Gestalt von zwei Kennziffern („Liquidity Coverage Ratio“ und „Net Stable Funding Ratio“) eingeführt. Damit reagierte der Baseler Ausschuss auf Probleme bei der Liquiditätsausstattung während der Finanzkrise. Die Anforderungen verlangen von den Kreditinstituten eine tendenziell stabilere Refinanzierung als bisher. Hinzu kommt, dass in der EU auch ein neues Versicherungsaufsichtsrecht (Solvency II) eingeführt wurde. Die möglichen Wechselwirkungen zwischen Basel III und Solvency II wurden bislang nicht abschließend geklärt. Eine Auswirkung könnte sein, dass Versicherungen langfristige Investitionen in Banken reduzieren und dadurch die Refinanzierungssituation der Banken weiter verschärfen.

Im Ergebnis können die neuen Regeln die langfristige Finanzierung der Unternehmen belasten. Die Kreditvergabe könnte restriktiver und teurer werden, was die durch Langfristfinanzierung geprägte Kultur in Deutschland verändern könnte.

Unternehmen mit einer soliden Finanzierungsstruktur sind für die Änderungen, die mit Basel III in den nächsten Jahren auf den Mittelstand zukommen, gut aufgestellt. Allerdings sollten alle Mittelständler die Aufgabe annehmen, die eigene Finanzierung kritisch unter die Lupe zu nehmen und auf Optimierungsmöglichkeiten zu prüfen.

Wenn Ihnen Ihre Hausbank keine langfristige Finanzierung anbietet, besteht für Sie grundsätzlich die Möglichkeit, den langfristigen Finanzierungsbedarf Ihres Betriebes durch mehrere aufeinanderfolgende kurzfristige Kredite zu decken – allerdings tragen Sie dann stärker als zuvor das Risiko, dass die Anschlussfinanzierung zu anderen Bedingungen abgeschlossen werden muss. Zudem besteht – auch heute schon – die Möglichkeit, langfristige Förderkredite in Anspruch zu nehmen. In einigen Fällen lässt sich der Kapitalbedarf durch eine verbesserte Innenfinanzierung oder – bei größeren Unternehmen – durch die Emission von Anleihen decken.

Eigenkapitalvorschriften

Für Unternehmenskredite sollen Kreditinstitute zukünftig mehr und qualitativ besseres Eigenkapital zur Absicherung eines Kreditausfalls zurücklegen. Um also die Kreditvergabemöglichkeiten in der heutigen Größenordnung aufrechterhalten zu können, müssen Banken ihre Eigenkapitalausstattung erheblich verbessern.

Die Kosten der Bank für das – für jeden Kredit vorzuhaltende – Eigenkapital erhöhen sich insgesamt um etwa ein Drittel. Allerdings machen die Eigenkapitalkosten nur einen Teil der Gesamtkosten des Kredits aus, so dass die Regulierung nicht zu einer Kostensteigerung in gleicher Höhe führt. Insgesamt wird die Regulierung jedoch zur Folge haben, dass sich die Konditionen noch stärker nach dem Rating des Kunden richten.

Die Bonität der Darlehensnehmer wird auch künftig mit Hilfe von Rating-Verfahren ermittelt. Mit einer Optimierung des Ratings, einer hohen Eigenkapitalquote und werthaltigen Sicherheiten lassen sich Kreditkosten also auch künftig steuern. Als Kunde profitieren Sie außerdem von einer aktiven und professionellen Finanzkommunikation mit Ihrer Hausbank.

Leverage Ratio 24

Leverage Ratio24 begrenzt die geplante Verschuldungsobergrenze pauschal das Geschäftsvolumen von Banken, ohne zwischen riskantem und weniger riskantem Geschäft zu unterscheiden. Sie wirkt sich daher – sofern sie zum Tragen kommt – eher auf volumenstarkes, risikoarmes Geschäft aus. Dies kann die Export- und Außenhandelsfinanzierung betreffen. Ob es hier zu einer Verschärfung der Konditionen kommt, hängt aber vom Wettbewerbsumfeld ab.

Quelle: Deutsche Industrie- und Handelskammer

 

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