Das Wesen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung besteht in der Gegenüberstellung der zugeflossenen Betriebseinnahmen und abgeflossenen Betriebsausgaben.

Betriebseinnahmen

Zu den Betriebseinnahmen gehören insbesondere

  • die Entgelte aus Lieferungen und Leistungen,
  • Zinseinnahmen aus betrieblichen Guthaben und Forderungen,
  • Vorschüsse
  • Teilzahlungen und Abschlagszahlungen sowie
  • vereinnahmte Umsatzsteuerbeträge und
  • erstattete Vorsteuerbeträge.

Das Meister-BaföG, der Gründungszuschuss und die Eingliederungshilfe für Existenzgründer sind nicht als Betriebseinnahmen zu versteuern. Ob ein Eingliederungszuschuss auch dann steuerfrei ist, wenn er an den Arbeitgeber gezahlt wird, muss der Bundesfinanzhof (BFH) noch klären (Az. VIII R 17/13).

Betriebsausgaben

Zu den Betriebsausgaben gehören z. B.

  • ausgezahlte Löhne,
  • Versicherungsbeiträge,
  • Materialausgaben,
  • Büromieten,
  • Zinsen für Betriebskredite,
  • die gezahlte Vorsteuer und
  • die an das Finanzamt gezahlte Umsatzsteuer-Zahllast.

Nicht abnutzbares Anlagevermögen

Anschaffungs- und Herstellungskosten von nicht abnutzbarem Anlagevermögen sind allerdings erst zum Zeitpunkt der Veräußerung oder Entnahme als Betriebsausgaben zu berücksichtigen. Gleiches gilt für Wertpapiere und Grundstücke des Umlaufsvermögens, auch ihre Anschaffungskosten werden nunmehr nicht sofort, sondern erst zum Zeitpunkt des Zuflusses des Veräußerungserlöses beziehungsweise bei Entnahme berücksichtigt.

Abnutzbare Wirtschaftsgüter

Ausgaben für abnutzbare Wirtschaftsgüter sind nicht im Zahlungsjahr, sondern über jährliche Abschreibungen zu berücksichtigen.

Entnahme des Anlagevermögens

Vermindert sich der Umfang der betrieblichen Nutzung eines Kfz, das dem gewillkürten Betriebsvermögen eines Unternehmens in einem früheren Veranlagungszeitraum wegen einer mehr als 10 % igen betrieblichen Nutzung zugeordnet wurde, in einem Folgejahr auf unter 10 %, so ändert dies an der Zuordnung zum gewillkürten Betriebsvermögen nichts, weil eine solche Nutzungsänderung allein keine Entnahme darstellt. Ein vorübergehendes Absinken unter 10 % ohne weitere Entnahmehandlung ist für sich genommen nämlich keine Entnahme (BFH vom 21.08.2012, VII R 11/11, BStBl I 2013 S. 117).

Besondere  Aufzeichnungen

Auch bei einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung sind Sie verpflichtet, dem Finanzamt die Ein- und Ausgaben auf Verlagen nachzuweisen. Unabdingbare Grundlage ist deshalb eine Belegsammlung für Ausgaben. Für bestimmte Wirtschaftsgüter und Ausgaben müssen besondere Aufzeichnungen geführt werden, z. B.

  • Anlagenverzeichnis für nicht abnutzbare Wirtschafsgüter,
  • Anlagenverzeichnis für nach dem 5. Mai 2006 angeschaffte oder in das Betriebsvermögen eingelegte abnutzbare Wirtschaftsgüter,
  • Anlageverzeichnis für über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreibende geringwertige Wirtschaftsgüter (für nach dem 31.12.2007 angeschaffte bzw. hergestellte geringwertige Wirtschaftsgüter im Sammelposten entfällt das Anlagenverzeichnis),
  • Anlageverzeichnis für Wirtschaftsgüter, die in fallenden Jahresbeträgen oder über eine erhöhte oder Sonderabschreibung abgeschrieben werden,
  • Verzeichnis über veräußerte Wirtschaftsgüter, für die eine Vergütung nach § 6c EStG in Anspruch genommen wurde (Übertragung stiller Reserven),
  • Aufzeichnungen über beschränkt abziehbare oder nicht abzugsfähige Betriebsausgaben,

Anlage EÜR

Für Wirtschaftsjahre muss die Einnahme-Überschuss-Rechnung grundsätzlich der Steuererklärung auf dem amtlichen Formular „Anlage EÜR“ beigefügt werden. Die Abgabepflicht ist rechtens (BFH vom 16.11.2011, X R 18/09, BStBl II 2012 S. 129).

Kleinunternehmer mit jährlichen Bruttoeinnahmen unter 17.500 Euro können die Einnahmen-Überschuss-Rechnung allerdings weiterhin ohne das Formular beim Finanzamt einreichen.

Für das Anlagenverzeichnis kann die amtliche Anlage AV EÜR verwendet werden oder es wird formlos erstellt.

Übermittlung der Anlage EÜR ans Finanzamt

Seit 2011 müssen Sie Ihre Einkommensteuererklärung samt der Anlage EÜR elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Informationen hierzu erhalten Sie unter der Internet-Adresse www.elster.de.

Eine Abgabe auf Papier ist nur in Härtefallen erlaubt. Ein Härtefall ist dann anzunehmen, wenn die Anschaffung des Computers und Internets weder wirtschaftlich noch persönlich zumutbar ist.

Quelle: steuerRatgeber 2017 von Buhl Data Service GmbH

 

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