Letzte Woche habe ich einen Artikel geschrieben über das Thema Krise. Hier der Link dazu: Wie Sie Ihre (Unternehmens-) Krise bewältigen können. Darin führte ich auf, wie ein Unternehmen in einer Krise geraten kann. Wie kommt man jetzt aus dem Krisenfall heraus, was muss das Unternehmen „unternehmen“?

Welche Schritte sind bei einer Sanierung notwendig? 

Gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Sanierung sind …

  • Ihr Unternehmen arbeitet grundsätzlich rentabel.
  • Sie kennen Ihren Markt und Ihre Wettbewerber gut.
  • Ihre Wettbewerber sind vielfach in der gleichen schlechten Situation.
  • Sie haben kompetente, verantwortungsbewusste und motivierte Mitarbeiter, die Ihnen vertrauen.

Sanierung ist Chefsache 

Vorbildliches Verhalten der Unternehmensleitung muss sein, damit die Mitarbeiter Veränderungen und Sparpläne akzeptieren und umsetzen helfen! Nehmen Sie die besten Leute aus Ihrem Unternehmen und bilden Sie ein so genanntes „Sanierungsteam“. Dieses Team soll Sie u. a. entlasten: Sie sollen ja „draußen“ verkaufen und mit hilfreichen „Kontakten“ sprechen.

Oft sind jedoch Sanierungserfahrung und entsprechendes betriebswirtschaftliches Know-how nicht in ausreichendem Maße im Unternehmen vorhanden. Darum sorgen Sie unbedingt für externe Hilfe (Unternehmensberater, Sanierungsexperten)! Außenstehende können Ihre besonderen Probleme oft besser analysieren als Sie selbst.

Merkpunkte zur Unternehmenssanierung 

Überprüfen Sie Ihr Unternehmenskonzept 

  • Sind Ihre Produkte heute noch so gefragt wie früher?
  • Sind Sie inzwischen von Wettbewerbsprodukten eingeholt worden?
  • Gibt es neue Trends?
  • Sind Ihre Märkte gesättigt?
  • Ist Ihr Vertrieb erfolgreich?
  • Haben Sie besonders hohe Kosten?
  • Haben Sie das richtige Führungspersonal?
  • Bei Kapitalgesellschaften: Welche Fristen sind bzgl. der (drohenden) Insolvenzantragspflicht zu beachten?

Wichtig ist: Besinnen Sie sich auf das, was Sie am besten können!

Mögliche Sofortmaßnahmen gegen Zahlungsunfähigkeit 

  • Bareinlage/Gesellschafterdarlehen
  • Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Vermögensteilen
  • Bestandssonderverkauf
  • massives Einholen von Forderungen
  • Übergabe an Inkasso-Firmen

Erste Schritte zur Liquiditätsverbesserung 

  • Stillhalte-Abkommen mit Kreditinstituten und Lieferanten schließen und dabei Vertrauen stärken
  • Aufbau eines effizienten Mahnwesens
  • Rechnungswesen verbessern
  • Privatentnahmen anpassen
  • Prüfen, ob öffentliche Förderprogramme des Bundes und/oder der Länder in Anspruch genommen werden können (Liquiditätsdarlehen, Bürgschaftsprogramme usw.)
  • Verhandlungen mit Factoring-Instituten

Stabilisierung der Rentabilität 

  • Straffung der Organisation („Keep it simple and flexible“)
  • Verminderung der betrieblichen Kosten (Dienstwagen, Zulagen)
  • Einführung einer leistungsbezogenen Vergütung
  • Mit DATAC24 arbeiten = Buchhaltung innerhalb Ihres Betriebes einsetzen. Mit DATAC24 haben Sie diverse Auswertungsmöglichkeiten, die Sie als Entscheidungsgrundlagen nutzen können.

Möglichkeiten zur langfristigen Stärkung des Unternehmens 

  • andere Unternehmensstruktur: neue Gesellschafter, Eingliederungen, Auslösungen, Verselbständigung von Service-Abteilungen usw.
  • besseren Standort suchen
  • Standorte zusammenlegen (Produktion und Lager)
  • entscheiden: selbst produzieren oder dazukaufen?
  • neue Produkte, Programme, Sortimente entwickeln
  • neue Produktionsverfahren einführen (effektiver, kostengünstiger)
  • neue Märkte erschließen
  • frühzeitig Chancen und Risiken erkennen

Straffe Umsetzung 

Legen Sie fest:

  • Was soll zur Erreichung eines Zieles konkret gemacht werden?
  • Wer soll es machen?
  • Wann soll es beendet sein?
  • Wann soll er/sie anfangen?

Fehler und Probleme bei der Sanierung 

Verkennen und Verdrängen des Sanierungsbedarfes 

  • Frühwarnsignale werden nicht wahrgenommen.
  • Externe Faktoren werden für den Auslöser der Krise gehalten.

Sofortmaßnahmen haben oft kein strategisches Konzept 

  • Sie binden die gesamte Problemlösungskapazität.
  • Sie setzen die zur langfristigen Stabilisierung des Unternehmens wichtige Strategie außer Kraft.

Sanierungsstrategien werden nicht komplett umgesetzt 

  • Erste Maßnahmen führen zu Anfangserfolgen und entspannen vermeintlich die Situation.
  • Die langfristige Sicherung tritt in den Hintergrund.

Nicht ausreichende Sanierung 

  • Eine durch Kompromisse bestimmte Sanierungsstrategie (z. B. zu geringer Personalabbau oder Entlassung von Mitarbeitern auf wichtigen Schlüsselpositionen) führt nur zu kurzfristigen Erfolgen.

Fixierung auf Schwachstellen 

  • Der einseitige Abbau von Verlust bringenden Tätigkeiten führt meist nicht zur Überwindung der Krise.
  • Der Ausbau zukünftig profitabler Bereiche wird vernachlässigt.

Vernachlässigung menschlicher Aspekte 

  • Krisen werden durch Menschen verursacht und von Menschen durchlebt und erlebt.
  • Befürchtungen und Ängste führen oft zum Boykott von Sanierungsmaßnahmen (Informationsdefizite).

Sanierung ohne Aussicht auf Erfolg 

  • Das Unternehmen ist nicht mehr wettbewerbsfähig.
  • Es gibt keine ausreichende Liquidität zur Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen.
  • Die Ertragskraft kann nicht nachhaltig wieder hergestellt werden.

Sofortmaßnahmen im Krisenfall 

Im Krisenfall muss der Unternehmer Sofortmaßnahmen in Angriff nehmen, und zwar folgende:

  • Krisenursachen ermitteln
  • externe Beratung hinzuziehen
  • Kontakt zur Bank aufnehmen
  • kurz-, mittel- und langfristige Gegenmaßnahmen entwickeln
  • Sanierungskosten kalkulieren
  • Sanierungsplan

Quelle: BMWI (PID Arbeiten für Wissenschaft und Öffentlichkeit GbR, Berlin)

 

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